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Praktikumsbericht

Ab Mitte September habe ich, Hannah Weil, ein vierwöchiges Praktikum bei der projektorientierten Sozialarbeit an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis absolviert.

Während meines Studiums der Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt auf interkulturelle Beziehungen an der Hochschule Fulda habe ich im Zusammenhang mit anderen Tätigkeiten an verschiedschnell gemerkt, dass mir die Sozialarbeit mit Kindern viel Spaß macht und ich in diesem Bereich noch mehr Erfahrungen sammeln möchte.

 

Als erste Praktikantin wurde ich herzlich vom Team aufgenommen und habe viele verschiedene Projekte an den Grundschulen des Werra-Meißner-Kreises kennenlernen können.

 

Die Angebote erstrecken sich von Kooperationsspielen für den Klassenzusammenhalt über die Einführung eines Klassenrates, Verhaltenstraining für Schulanfänger*innen, spielerisches Kräftemessen und Übungen zum Respekt üben, bis hin zu der Wahl des Klassensprecherteams. Das Projekt „Wilde Hühner“ ist beispielsweise ein Angebot für alle Mädchen einer Klasse, in dem ein persönliches Buch gebastelt wurde und Spiele für Spaß und Zusammenhalt gespielt wurden.

 

Bei einem Spiel im Projekt „Wilde Hühner“ mit den Mädchen einer dritten Klasse.

 

 

Im Vordergrund stehen bei den Projekten das Erlernen der demokratischen Grundsteine und vor allem der gute, respektvolle Umgang mit den Mitschüler*innen und Mitmenschen. Besonders interessant war es zu beobachten, wie die verschiedenen Klassen die Projekte aufnehmen und ihre Inhalte umsetzen. Es ist schön zu sehen, dass die Kinder mit viel Freude an den Übungen teilnehmen. Ich finde es davon abgesehen sehr spannend, die unterschiedlichen Grundschulen mit ihren eigenen Strukturen und Bedarfen kennenzulernen. Mir gefällt es besonders gut, dass man bei der Arbeit viel Kreativität und Empathie mitbringen muss. Ich habe gemerkt, dass mir auch die Beobachterrolle gut gefällt, in der man ein Gefühl für die Klasse und einzelne Kinder entwickeln kann.

 

Auch die organisatorischen Seiten der Sozialarbeit an Grundschulen konnte ich an einem Vormittag in der Jugendförderung im Eschweger Schloss kennenlernen. Dort habe ich mehr über die Entstehung der Sozialarbeit an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis sowie ihre Grundsätze erfahren. Im Gespräch wurde immer wieder auf die unterschiedlichen Hintergründe der Kinder hingewiesen und dass nicht nur die Verhaltensweisen betrachten werden sollten, was ich im Hinblick auf die heutige Zusammensetzung der Klassen sehr wichtig finde.

 

Insgesamt gefällt mir das Praktikum sehr gut, was mich in meiner beruflichen Laufbahn einen großen Schritt voran bringt. Es hat sich bestätigt, dass ich mir die Arbeit in der Sozialarbeit an Grundschulen in meinem späteren Beruf gut vorstellen kann und es mir viel Spaß machen würde, in einem Team zu arbeiten.

 

Hannah Weil, September 2019

 

 

"Und tschüss!" - Übergangsritual in Klasse 5

Vier lange Jahre sind die Kinder in der Grundschule gewesen. Sie haben Vieles zusammen erlebt und können nun ihre eigene Klassengeschichte schreiben: die nur sie und ihre Klassenlehrerin kennen, die ihnen Kraft schenkt und durch die sie auch nach dem Schulwechsel verbunden sein werden. Und auf einmal, wie aus heiterem Himmel, ist es vorbei. Die Noten sind geschrieben und die weiterführende Schule ist längst gewählt. Zeit also, um Abschied zu nehmen und zurückzublicken auf all das, was in den ersten 10 Lebensjahren gelernt worden ist...und das ist eine ganze Menge!!

Im Rahmen des 2tägigen Projektes erhalten die Kinder Zeit, ihre eigene Schatzkiste zu füllen...mit ihren Stärken, mit ihren Fähigkeiten, mit netten Rückmeldungen der Klassenkameraden und der Klassenlehrerin. Und sie bekommen Zeit, ein bisschen traurig zu sein über das, was sie hinter sich lassen müssen, und neugierig zu sein und sich zu freuen auf das, was nach den Sommerferien auf sie wartet.

Der Höhepunkt des Projektes ist der symbolische Übergang von Klasse 4 in Klasse 5 mit Verabschiedung der Klassenlehrerin und anschließender Öffnung der Schatzkiste. Da fließen dann schon mal ein paar Tränen und trotzdem schwingt Freude mit über die vielen schönen Zettel, die jeder in seiner Schatzkiste gesammelt hat und dann vorfindet.

Sich bewusst werden, dass ein Übergang gleichzeitig ein Neuanfang und ein Abschied beinhaltet, sich bewusst werden über dir vorhandenen Stärken und Fähigkeiten, um den nächsten Schritt selbstbewusst machen zu können, das ist Ziel des Projektes: "Und tschüss!".

Die Resonanz von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern ist gleichermaßen positiv. Hier ein paar Eindrücke:

"Auch wenn ich meine Schatzkiste verlieren sollte, in diesem Stein (Anm., den sie symbolisch zur Begrüßung in Klasse 5 bekommen) ist alles drin und der begleitet mich jetzt!" (Jonathan, Schüler)

"Ich bin froh, dass ich mir für die Projekttage die Zeit genommen habe! Eine runde Sache, die für alle wichtig und im Ergebnis gut war." (eine Lehrerin)

"Jetzt bin ich doch ein bisschen traurig, weil ich von meinen Klassenkameraden so tolle Rückmeldungen bekommen habe!" (Caro, Schülerin)

"Meine Tochter hat heute Nachmittag an ihrem Schreibtisch gesessen und sich immer wieder die Zettel aus ihrer Schatzkiste angesehen." (eine Mutter)

"Ich weiß jetzt, dass ich vor der 5. Klasse keine Angst haben muss!" (Elsa, Schülerin)

Katja Bernhardt, Juni 2019

 

Fachaustausch Sozialarbeit an Schulen in Nordhessen

Am Donnerstag, den 22. November 2018 fand in der Reinhardwaldschule in Fuldatal der erste Fachaustausch der Sozialarbeit an Schulen Nordhessen statt. Eingeladen waren die Fachkräfte aller kommunalen und freien Träger der Schulsozialarbeit aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Landkreis Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Werra-Meißner-Kreis, Landkreis Hersfeld-Rotenburg sowie der Städte Kassel und Fulda.

Nach dem Begrüßungskaffee konnte man sich an Stellwänden eine Übersicht verschaffen, wie Schulsozialarbeit in den einzelnen Landkreisen organisiert ist.

Heike Niemeyer, Leiterin der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit und Kooperation mit der Jugendhilfe aus Dortmund, eröffnete den Tag mit einem Vortrag zum Thema "Als Verantwortungsgemeinschaft Schulsozialarbeit gestalten - der Dortmunder Weg". Für Frau Niemeyer sind die Kinderrechte die Grundlage für eine gelingende Schulsozialarbeit. Ebenso bedeutend sei eine wertschätzende Haltung als Fundament der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe. Erstmalig wird in Dortmund der Weg geebnet, dass SchulsozialarbeiterInnen und LehrerInnen sich schon während der Ausbildung begegnen (Move Qualifikation) um von Anfang an gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.

Nach der Mittagspause wurden vier Workshops angeboten:
a.) Schulsozialarbeit an Grundschulen
     Moderation: Kai Siebert, Fachdienstleiter Jugendförderung und Schulsozialarbeit, WMK

b.) Irgendwo dazwischen - Sozial- und lebensraumorientierte Schulsozialarbeit
     Moderation: Svenja Lotze, Sozialpädagogische Fachaufsicht, Waldeck-Frankenberg

c.) Einzelfallhilfe und Vernetzung im Kinderschutz
     Moderation: Uwe Josuttis, Dipl. Sozialpädagoge, im NgG auch zuständig für Fragen des Kinder-
     schutzes

d.) Übergang Schule/Beruf - was kann Sozialarbeit hier leisten?
     Moderation: Dirk Nöding, Übergangsmanagement Stadt Kassel - Offene Schule Waldau

Der Workshop "Schulsozialarbeit an Grundschulen" begann mit einer großen Kennenlernrunde, die für uns inhaltlich sehr wichtig war, da sich hier schon abzeichnete, wie unterschiedlich die Sozialarbeit an Schulen in den Kreisen aufgestellt ist und wie unterschiedlich die Aufgabenschwerpunkte sind. In Kleingruppen setzte sich der Erfahrungsaustausch noch intensiver fort. Wir stellten fest, dass wir im WMK die einzigen sind, die projektorientiert arbeiten während andere fest an 2-3 Schulen tätig sind.

Es waren sich alle TeilnehmerInnen einig, dass eine Vernetzung sinnvoll und gewollt ist! Eine erste Liste mit konkreten Kooperationsmöglichkeiten von einer gemeinsamen Einarbeitung neuer Kollegen über die Diskussion aktueller "Wellen" bis zum Austausch über gelungene Projekte wurde erstellt.

Angela Starck und Birgit Bachmann, Januar 2019

 

Am 20. September ist WELTKINDERTAG und wir sind dabei! DU AUCH?

Wo? In Eschwege: Auf dem Schulhof der Struthschule in der Pontanistraße

Das Thema ist "Kinderrechte" und es finden viele Aktionen dazu statt: Es gibt eine Mal-Aktion auf dem Schulhof. Ihr könnt an einem Actionspiel teilnehmen, ein Grünes Klassenzimmer auf dem Schulhof gestalten und einen Roller- und Fahrradparcours befahren, wenn ihr ein eigenes Fahrzeug mitbringt.
Es wird eine Verpflegungsstation geben, wo Getränke und Knabbereien ausgegeben werden.
Zum Abschluss der Veranstaltung (ca. 16.30 Uhr) werden Ballons fliegen gelassen, auf denen Gedanken und Wünsche für die Kinderrechte notiert werden können.

September 2018

 

Kindersprechstunde an einer Schule

Ich sitze in der Bücherei und warte auf Kinder, die zu mir in die Kindersprechstunde kommen. Es klopft. Bereits letzte Woche hat sich bei mir Anna aus der 2. Klasse angemeldet. Seit über einer Woche wird sie von ihrem Klassenkameraden Phil geärgert...der Ranzen wird versteckt, sie wird beschimpft, es wird auf ihren Ranzen geschlagen, wenn sie ihn aufhat. Ein paar andere Jungs aus der Klasse machen mit. Es geht ihr nicht gut, sie kann sich nicht erklären, wieso sie das machen. Mit ihrer Klassenlehrerin hat sie nicht gesprochen. Ich hole den Klassenkameraden Phil dazu. In meinem Beisein sagt Anna ihm, wie es ihr geht und fragt nach, wieso er das überhaupt macht. Das Ganze ist dann recht schnell geklärt: er entschuldigt sich und will damit aufhören, sie zu ärgern. Er zeigt sich ehrlich überrascht darüber, wie es ihr geht.

Mai 2018